Grimm Serienreview

grimm season one two serienreview mitteilungsdrang[Achtung: Diese Review spoilert zum großen Teil die erste Folge – soweit es nicht schon der Trailer getan hat]

Bereits am 04.07. des letzten Jahres habe ich auf die Serie „Grimm“ hingewiesen und euch meine Vorfreude kundgetan. Nächste Woche Montag (18.02.) ist nun endlich der deutsche Serienstart! Meine Review liegt schon seit Monaten hier auf Mitteilungsdrang unter „Entwürfen“ herum und deshalb ist es langsam aber sicher mal Zeit, sie zu veröffentlichen!

Um was geht es:

„Grimm is an American police procedural fantasy television drama series.“ (Quelle: wikipedia.org/wiki/Grimm_(TV_series))

Ähnlich wie bei klassischen Krimi-Serien sind hier die Episoden auch Fall basierend, sprich am Anfang steht der Tod eines oder mehrerer Opfer und Detective Burkhard wird im Rahmen seines Jobs mit seinen Kollegen zum Tatort gerufen.

HALT STOP – Wer ist Detective Burkhard. Richtige Frage an der richtigen Stelle. Hier sollte vielleicht erst einmal die Rahmenhandlung wiedergegeben werden!

Story:

Nick Burkhardt ist ein Homocide Detective in Portland, der nach dem tödlichen Autounfall seiner Eltern von seiner Tante Marie großgezogen wird.  Eines Tages, beginnt er wahrzunehmen, dass Menschen nicht immer das sind, was sie vorgeben zu sein.

„only he can see the darkness inside, the real monster within“

Tatsächlich scheint dies eine Fähigkeit zu sein, die von Generation zu Generation in seiner Familie weitergegeben wurde und i-wann zu Vorschein tritt. Neben dieser für ihn verwirrenden Tatsache taucht auch seine Tante wieder auf und er erfährt zum ersten mal was genau es mit seiner Familie auf sich hat: Er ist ein Grimm! (Grimm, waren das nicht diese Märchenerzähler aus Deutschland?!)

Wer hätte es anders erwartet – Nicks Vorfahren stammen aus Deutschland und sind eine Familien von Wesens-Jängern. Nicks Tante, alt und erkrankt, hinterlässt Nick neben Chaos und Verwirrung auch einen Wohnwagen mit allerlei alten Büchern mit Informationen, die Nicks Vorfahren über die Wesen gesammelt haben, sowie etliche Tränke und Waffen (vom Morgenstern bis hin zum Elefantengewehr – wer jedoch auf ein großes Arsenal moderner Waffen hofft, der hofft vergebens).

Ebenso wie Nick, wird der Zuschauer in die Welt der Wesen und Geschichten um sie herum geworfen.

Zurück zum generellen Aufbau der Serie:

Wie bereits eingangs erwähnt kommt Nick meist im Rahmen seines Jobs bei der Portlander Polizeibehörde in Kontakt zu einem Gewaltverbrechen. Zumeist stellt sich für Detective Burkhard recht schnell heraus, dass die Opfer keines natürlichen Todes, sondern eines übernatürlichen Todes gestorben sind. Im Laufe der ersten Staffel lernt man so zig verschiedene „Wesen“ (im englischen Original verwendeter Begriff und übersetzt als „creatures“) kennen. Zum Großteil sind sie fies, gewalttätig und blutig und haben eins gemein: Sie mögen Grimms nicht sonderlich (fürchten sich jedoch teils vor Ihnen).

Running-Gag für deutsche Zuschauer der Serie im Original-Ton sind die deutschen Begriffe. Amerikaner merken einfach gar nicht, was für grammatikalischen Kauderwelsch sie von sich geben, aber für mich war es stets wieder amüsant!

  •  Blutbad – Blutbaden (Pl.)
  • Seelengut – Seelengute (Pl.)
  • Kehrseite Schlichkenner

Das Lustigste an der Serie ist eigentlich nicht das schlechte deutsche Sprachverständnis der Drehbuchautoren und die Aussprache, sondern die nach jeder Folge im Internet aufkeimende Diskussion über das eigentlich genutzte Wort und was gemeint sein könnte.

Beispiel:

In „The Good Shepherd“, it was revealed by Monroe that „Kehrseite“ is the Wesen word for a human (KERR-zy-tuh; Germ. „reverse side“). A human who knows the truth about Wesen is known as a „Kehrseite-Schlich-Kennen.“ (SHLISH-kih-nihn; Germ. schlich„sneaked“ + kennen „to know, be aware of“) (Quelle: grimm.wikia.com)

Auch vermeitliche Originalaufnahmen aus Deutschland entsprechen nicht immer der Wahrheit:

Eins steht eindeutig fest: Dieses Foto wurde NICHT in Mannheim aufgenommen. Wer dem Mitteilungsdrang aufmerksam gefolgt ist, der weiß, dass ich die Zeit meines Studiums in Mannheim verfriste. Mannheim ist eine Quadrate-Stadt (Punkt1) und schöne alte Gässchen mit Fachwerk (Punkt2) findet man höchstens in Heidelberg. ABER auch in Heidelberg wurde dieses Foto nicht aufgenommen.

Natürlich hat mich die Frage nicht losgelassen aus welcher Stadt diese Aufnahme stammt und es war wirklich nicht auf Anhieb zu finden und absolut… unlogisch, unsinnig, abwägig… sucht euch etwas aus!

Es ist HANNOVER und im Hintergrund könnt ihr die Marktkirche erkennen. Hier als Beweis ein Foto von Mas NL auf panoramio:

Sehen wir es doch von der positiven Seite: Amerikaner sind einfach zufrieden zu stellendes Völkchen, dem man alles vorsetzen kann und das alles schluckt ohne in Frage zu stellen. Fachwerk – das ist doch Deutschland – dann muss die Aufnahme doch stimmen – außerdem stand da ja ausdrücklich „Mannheim, Germany“.

Ich persönlich hätte auch nicht wirklich eine Aufnahme aus Mannheim gezeigt, nicht weil Mannheim keine schönen Plätze zu bieten hat, sondern, weil es einfach nicht ins Setting und Feeling der Geschichte gepasst hätte. Heidelberg wäre meine Wahl gewesen und wie ich von den Amerikanern, die ich kenne weiß, lieben Amerikaner Heidelberg (und Schloss Neuschwanstein).

Aber warum zum Henker Hannover? Vielleicht weil Hannover mit dem Leben der Brüder Grimm in Verbindung gebracht werden kann? NEIN! Da wäre Hanau, Kassel oder Göttingen die naheliegende Wahl gewesen.

Und warum überhaupt Mannheim? Ehrlich gesagt… nicht den blassesten Hauch einer Ahnung!

Schon bereits 1998 führte Pro7 mit Akte X un Outer Limits den sogenannten „Mystery Montag“ ein, wobei ich mir dessen damals noch gar nicht bewusst war. Erst viel später mit Supernaturals wurde mein Interesse und meine emotionalen Bindung zum Montag als Mystery-Serien-Fernsehtag begründet. Der Mystery Montag ist für mich nicht nur i-ein Programmschlot eines Fernsehsenders, sondern mittlerweile eine Institution. Pro7 hat mit Seinem Mystery Montag über Monate, gar Jahre meinen Wochenstart geprägt und selten hat ein Sender es je geschafft wöchentlich Termine in meinem Kalender freigehalten zu bekommen.

In Deutschland liegen die Rechte an Grimm allerdings nicht bei Pro7, sondern bei VOX. Damit wird Grimm dem Pro7 Mystery Monday leider nicht zur alten Größe verhelfen können. Ich hätte gerne Grimm auf Pro7 gesehen und kann nur hoffen, dass es VOX schaffen kann, die Serie für sich zu nutzen und neue Fans zu generieren:

Eine Genreerweiterung bringen zudem die außergewöhnliche Mystery-Crime-Serie „Grimm“ und die kanadische Sci-Fi-Crime-Serie „Continuum“. Die US-Serie „Grimm“, in der die fantastischen Kreaturen aus Grimms Märchen, aus alten Fabeln und düsteren Legenden schaurige Wirklichkeit werden, stammt vom erfolgreichen „Buffy“- und „Angel“-Produzenten David Greenwalt. (Quelle: http://kommunikation.vox.de/de/pub/aktuell/i42628_1.cfm)

Dass ich Grimm und Mystery Montag in einem Satz verwende hat in meinen Augen schon erhebliche Aussagekraft und lässt mich hier nun unlängst zu meinem Fazit kommen:

Jedem dem „Charmed – Zauberhafte Hexen“ zu weich und „Supernatural“ too much war, für den wird Grimm genau das Richtige sein.
Auch wenn die Serie bekannte Elemente enthält, so ist sie doch anders und i-wie auch neu. Adaptionen der Gebrüder Grimm sind in den letzten Jahren zum Renner in den amerikanischen Fernsehstudios geworden und es ist immer wieder interessant welch unterschiedliche Ansätze dabei herauskommen können:
  • Red Riding Hood (Film)
  • Once Upon A Time (Serie)
  • Snowwhite and the Huntsman (Film)
  • Hänsel und Gretel – Hexenjäger (Film 2013)

Hier ist der Trailer zu Grimm für euch:

[youtube http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=2rVy3RBJmNo]

Hier noch der Trailer zur ersten Staffel:

[youtube http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=uar1rWVAJV0]

Und, da ich jetzt schon 2x oder so Continuum erwähnt habe, ist es auch nur fair noch den Trailer zu dieser Serie hier einzubinden. Allerdings habe ich die Serie noch nicht gesehen.

Continuum Trailer:

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=He_1O_Tlshc]

Wie gesagt kommt die Serie nächsten Montag ins deutsche Free-TV. Lasst mich doch einfach wissen, wie ihr die Serie findet und wendet euch ruhig bei Fragen an mich!

Viel Spaß damit und passt auf, dass ihr nicht von einem „Blutbad“ oder „Hexenbiest“ angegriffen werdet!

 

 

Alex

About Alex

Alex aka Sayuron (Gründer von Mitteilungsdrang) “Eigentlich ist WordPress und php gar keine Ansammlung inkompetender Kacke, sondern ich bin nur eine Ansammlung nicht anpassungsbereiter Faulheit”

4 thoughts on “Grimm Serienreview

  1. Cora

    Danke-danke-danke für die Erklärungen und besonders den Link zur engl. Version der Wikia. Ich fand die ganze Namensgeberei so unüberzeugend und unbefriedigend (es gibt selbst auf Vox-Seiten Blutbader und Blutbarden) – jetzt ist mir alles klar geworden. Und das mit ausgesprochen viel Vergnügen an der Sache. Sprache kann schon Spaß machen.
    (E-mail-Adresse: tut mir leid, ich unterhalte gar keine)

  2. Ziegenpeter

    Das Review ist schon etwas älter. Es ist anzumerken, dass sich die Serie im Verlauf (so ab Mitte erster Staffel) deutlich gesteigert hat und mittlerweile zu meinen Favoriten gehört. Von den mäßigen Folgen am Anfang darf man sich nicht abschrecken lassen.

    • Dem Hinweis, dass die Serie in der ersten Staffel eine enorme Steigerung hinlegt, muss ich beipflichten – ich habe sie nahezu gesuchtet!

      Allerdings flacht die Serie in der zweiten Staffel meines Erachtens wieder erheblich ab. Jedoch kenne ich hier auch noch nicht das Staffelende, weshalb ich zur zweiten Staffel kein abschließendes Fazit geben kann.

  3. xjrsteve

    Ziehe mir Grimm gerade auf AmazonPrime rein…nette Serie…Der Fehler mit Mannheim/Hannover ist mir sofort aufgefallen…Ich komme schließlich aus der Region Hannover…Beim schauen der Folge denke ich „Ähhhh, Mannheim…nee nee“… auf dem Bild ist ganz klar die Marktkirche in Hannover zu sehen…die Verwendung von Mannheim liegt wahrscheinlich darin begründet, das viele Amis Mannheim kennen (zumindest vom Namen her)…Mannheim war bis in die 90er ein Zentrum der in Deutschland stationierten US-Truppen.

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