Game-Review: Unravel

Ich hatte mir (nachdem ich von diesem Spiel schon im Live-Stream der E3 vollkommen geflasht war) das Spiel bereits auf der Gamescom mal ein wenig näher angeschaut und war hellauf begeistert – folglich musste ich mir dieses Spiel einfach vorbestellen.
Seit dem 09.02.2016 ist es offiziell released und ich habe mir schon ein paar Level angeschaut und das Spiel ein wenig gesuchtet… Vorab: Wer hier actiongeladenes Adventure erwartet… der wird leider enttäuscht sein.

Ich bin immer noch begeistert. Es ist um Welten besser geworden, als ich es erwartet hatte. Die Grafik ist (mit wenigen Außnahmen, die ich persönlich nicht so ästhetisch finde) ungemein gut und stimmig gelungen. Wie bereits in einem früheren Review mal erwähnt, kommt dieses Spiel gänzlich ohne Sprache aus (abgesehen von dem kleinen Tutorial) – alles was hier passiert, wird deutlich durch die Gestik von Yarni, die Umgebung selbst und durch die grandiose Musik.

Die Story

Ob es nun am Ende lediglich ein Klischee ist, weiß ich nicht. Da dieses Spiel auf Sprache in jeglicher Form verzichtet, gibt es auch keinen genauen Anhaltspunkt für die Story selbst – ein wenig interpretieren ist also denke ich erlaubt: Wichtig ist, dass man zu beginn eine ältere Dame sieht, die in einem Fotoalbum blättert (bereits bekannt aus diversen Teasern). Während sie in der folgenden Szene die Treppe ihres Hauses hoch läuft, sieht man die gesamte Wand mit Bildern in Rahmen bestückt.

Folglich ist dies ein Spiel der Erinnerungen. Es geht darum, dass man in seinem Leben viel erlebt, viele Menschen kennen lernt und auch eine eigene Familie gründet, die wiederum ebenfalls irgendwann eine Familie gründen. Je älter man wird, desto mehr Erinnerungen sammelt man (hier in Form der Bilder). Allerdings kommt es von Zeit zu Zeit vor, dass eine Erinnerung langsam verblasst. Und genau hier setzt das Spiel an: Der Spieler sucht mit Yarni in der Welt nach diesen verblassten Erinnerungen und bringt sie wieder zurück – als ein roter Faden, der sich durch das gesamte Leben zieht.

Das Gameplay

Am besten lässt sich das Spiel mit einem Controller spielen. Ich für meinen Teil nutze hier einen XBox 360 Controller. Die Grundbewegungen mit dem Steuerknüppel sollten allerdings schon soweit jedem bekannt sein, denn hierzu gibt es nicht viel – allerdings ist es denke ich recht intuitiv, dass man den Knüppel nach rechts bewegt, um nach rechts zu laufen. Vom Gefühl her lässt sich das Spielgeschehen am besten mit einem Sidescroller vergleichen – es geht nur nach links oder rechts, oder eben nach oben und unten. Tiefe wird hier nicht benutzt… was allerdings auch nicht weiter nötig ist, denn die Darstellung selbst ist plastisch realisiert, sodass es dennoch in die Tiefe wirkt.

Das Level-Design zeigt hier jeweils immer den größten Aspekt der Stimmung, die vermittelt werden soll. So ist beispielsweise der erste Abschnitt im Garten – es gibt viel neues zu entdecken, die Sonne ist warm und das Spiel suggeriert dem Spieler Zufriedenheit und Freude. Und hierin sind auch die Rätsel unglaublich geschickt untergebracht. Die meisten sind natürlich da, um den Weg zu beschreiten und weiterzukommen. Einige allerdings führen zu geheimen Garn-Blumen, die hier und da versteckt sind. Natürlich lauern hier und dort auch Gefahren auf Yarni… aber das Spiel ist eben nicht das, was man ansonsten kennt. Es ist quasi nicht möglich zu „sterben“. Man fängt einfach am letzten Kontrollpunkt neu an. Somit zieht sich auch nicht direkt ein roter Faden durch das Spiel – jede Welt ist für sich abgeschlossen und ein schönes Abenteuer.

Fazit

Ich kann Unravel nur jedem ans Herz legen, der gerne an etwas schwereren Rätseln knobelt und in eine stimmungsvolle Welt mitgerissen werden will.

Entwickler: Coldwood Interactive
Publisher: Electronic Arts
Genre: Puzzle-Adventure
Erscheinungsjahr: 2016
Spielmodus: Singleplayer
Platformen: PC, PlayStation 4, XBox One
Flo

About Flo

Mittlerweile schon die 20 Jahre überschritten, schlage ich mich so durch zwischen Arbeit, Sport und Games. Und nebenbei kommen dann hier noch ein paar Beiträge zustande - vorwiegend jedoch im Bereich Games. Nebenbei bin ich noch mit auf unserem Youtube-Channel tätig - wenn es die Zeit denn zulässt.

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