Die Tribute von Panem – Buchreview

Ich wollte die Review ja eigentlich direkt nach Band 1 schreiben. Auch, um zu verhindern, dass ich versehentlich Leute spoiler, die erst Band 1 gelesen haben. Dann hab ich die Zeit, die ich jetzt tippe aber lieber damit verbracht Band 2 und 3 zu lesen.

Außerdem wollte ich mich entschuldigen, dass ich diese Bücher erst jetzt gelesen hab. Kaufen wollte ich sie mir seit ich sie das erste Mal im Laden gesehen habe (fragt nicht warum, ich weiß es auch nicht), aber dann kamen mir einige andere Bücher in den Weg, dann der Film, dann noch mehr Bücher und letztendlich meine Schwester, die die Bücher gekauft und vor mir gelesen und sie dann durch die Gegend verliehen hat.

Aber egal. Ich habs geschafft.

Und, ich bin immernoch begeistert. Ich kann es nicht so ganz festmachen, woran es liegt, aber ich fand die Bücher einfach unglaublich gut.

Es sind eindeutig Bücher, die auch auf Jugendliche als Zielgruppe haben und das merkt man. Allerdings ist das keinesfalls unangenehm, es ist einfach eine Feststellung. Außerdem sind sie dann auch angenehm lesbar, für Leute die nicht so oft und gerne lesen. (Und, falls jemand von denen, die ich damit meine das hier lesen… Versucht diese Bücher mal!)

Was am Anfang etwas eigenartig ist, ist die Perspektive aus der erzählt wird.

Katniss (die Hauptperson) erlebt die ganze Geschichte in der ersten Person Präsens. Wer jetzt, wie ich, eigentlich keine Ahnung von Gramatik hat: Das ist die Ich-Perspektive in der Gegenwart. Es steht nicht “Katniss geht in den Wald” sondern “Ich gehe in den Wald”. Das ist im ersten Moment eigenartig, man ist ja an diesen allwissenden Erzähler gewöhnt. Man erfährt was am anderen Ende der Welt passiert, man hat viel mehr Kontext als der Haupcharakter. Man erkennt alle Fehlentscheidungen des Helden, weil man eben viel mehr weiß als er.

Hier nicht. Man erlebt alles aus Katniss’ Perspektive. Und irgendwie macht es das Buch sooo viel besser. Man fühlt sich viel näher in der Geschichte, erlebt es mehr oder weniger direkt aus der Perspektive mit, aus er es erlebt werden soll. (Natürlich eignet sich dieser Stil nicht für jedes Buch, sogar nur für sehr wenige… Hier passt er aber perfekt).

Außerdem, und ich weiß nicht warum, erinnern mich die Bücher an Der goldene Kompass, dabei haben sie eigentlich kaum Gemeinsamkeiten, von der jungen, weiblichen Hauptperson abgesehen. Trotzdem habe ich mich irgendwie wie bei diesen Bücher gefühlt. Und Das Bernstein-Teleskop (Band 3 vom goldenen Kompass) gelesen hatte (da war ich vielleicht 16?) war ich tatsächlich das restliche Wochenende todtraurig.
Eine Freundin von mir hatte Band 1 gelesen und danach gemeint, sie würde gerne mehr solche Bücher lesen, in diesem Setting. Damals (naja… das war vor ein paar Wochen) fand ich das irgendwie… engstirnig? Einseitig? Ich weiß auch nicht, wie man es nennen soll. Aber ich hab mir gedacht “man sollte sich nicht auf eine Art Geschichten festlegen, dafür gibt es zu viele gute Bücher” Es hat sich einfach… falsch… angefühlt. Jetzt, nachdem ich Band 3 gestern in einem Tag geradezu runtergeschlungen habe, kann ich das verstehen. Ich würde sogar fast weiter gehen. Ich will nicht das gleiche Genre lesen. Ich will Panem weiterlesen! Tatsächlich hab ich heute morgen mein Buch, das mir sonst die Zeit in der Bahn vertreibt, einfach weggelegt, weil es einfach nicht das war, was ich grade lesen wollte.  Zumindest landen die Bücher auf meiner “wiederlesen”-Liste. Und, ich freue mich wirklich auf die Filme, denn obwohl der erste, gerade mit der Kameraführung, seine Schwächen hatte war er doch gut, finde ich zumindest.

Gut. Genug Gerede (ich hab grade 550 Wörter geschrieben, ohne irgendwas zu spoilern. Bin ich nicht toll) von Gründen, dass Buch zu lesen und kurz zur Story (Spoileralarm für alle, die Band 1/den Film nicht kennen. Band 2+3 taste ich hier nicht an, also keine Panik für alle die die beiden noch nicht kennen).

Worum gehts?

Die Geschichte spielt in einem dystopischen Nordamerika der Zukunft. Die Menschheit hat sich durch Krieg und wer weiß noch alles zu großen Teilen ausgerottet und in dem, was von Nordamerika übrig ist entstand Panem. Aufgeteilt in 12 Distrikte und beherrscht vom mehr oder weniger allmächtigen Kapitol und Präsident Snow. Die Distrikte sind zuständig für die Versorgung des Kapitols und werden von den Friedenswächtern (auch aus dem Kapitol) in Schach gehalten. Eigentlich sind diese Distrikte nichts als große Sklavenlager. Fast jeder hungert, und wer nicht verhungern will arbeitet für das Kapitol und versorgt es mit grenzenlosem Luxus (das geht soweit, dass sie dort Feste feiern und sich einmal die Stunde erbrechen um weiterzuessen)

Vor 74 Jahren hat das Kapitol einen Aufstand der, damals noch 13, Distrikte niedergeschlagen und den Anstifter der Revolte, Distrikt 13, vernichtet. Als Strafe für die Revolte haben sie außerdem die Hungerspiele erschaffen. Dort müssen jedes Jahr zwei Tribute, ein Junge und ein Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren, in einer Arena auf Leben und Tod kämpfen während ganz Panem zuschaut. Der letzte Überlebende gewinnt, bekommt Geld für sein restliches Leben und zusätzliche Lebensmittel für seinen Distrikt.

Dieses Jahr wird Katniss’ Schwester, Prim, als Tribut ausgelost. Um sie zu retten meldet Katniss sich freiwillig und geht in die Arena. Zusammen mit dem männlichen Tribut, Peeta, einem Jungen in ihrem Alter, der ihr einmal Brot geschenkt hat als sie und ihre Familie am verhungern waren, wird sie ins Kapitol geschafft um in den Spielen zu kämpfen.
Soviel zum Setting. Wer jetzt sagt “aber das hat ja sooo viele Paralellen zu Battle Royale” (hallo, Alex…). Ja. Hat es. Dystopie. Kinder in der Arena. Gemetzel bis es nurnoch einen Überlebenden gibt. Abstreiten kann man das nicht. Muss man aber auch nicht.

Genauso könnte man jedem 2. Fantasybuch vorwerfen “aber, da gibt es ja Elben (oder Elfen)”. Genau. Der Hintergrund ist der gleiche. Kinder, Arena, Tod.

Danach gehen die Geschichten verschiedene Wege.

Ehrlich gesagt, ich freue mich, dass diese Bücher auch mal von der breiten Masse gelesen werden. Es ist immer toll, wenn mal etwas vernünftiges in den Massenmedien landet und nicht immer der Schund wie 90% der restlichen Zeit. Aber wenn ich diese ganze Diskussion darüber mitbekomme was da jetzt wo geklaut wurde oder nicht und was besser ist würde ich mir fast wünschen, es wäre einfach ein unbekanntes Buch, dass da in meinem Regal steht. Meine Geschichte die ich nur mit den Leuten (aka, anderen Lesern) teile, die sie einfach lesen, weil sie sie gut finden.

Und, da ich jetzt schon bei 1000 Wörtern bin, mach ich jetzt Schluss.

Als Abschluss nochmal die unbedingte Leseempfehlung und ein Reviewvideo zum Film. Have Fun.

One thought on “Die Tribute von Panem – Buchreview

  1. […] auch noch auf die Review von Marvin zu den Tributen von Panem hier auf Mitteilungsdrang verweisen: http://www.mitteilungsdrang.de/die-tribute-von-panem-buchreview/ […]

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